سؤال و جواب

مع ترجمة ميسرة إلى اللغة الألمانية
Frage & Antwort

لفتة الكبدِ إلى نصيحة الولدِ للحافظ بن الجوزي



أجل الكلمات الدافئة التي امتزجت بكل معاني الإخلاص عندما تخرج من قلب أغلى الناس وأحن الخلق وأعطف البشر. «الوالد» الذي فطره الله تعالى على حب دفين لأبنائه لا يعرف المصانعة ولا التملق ولا النفاق، إنها الكنوز الحقيقية والنصائح النورانية التي يكون الولد في أمس الحاجة إليها لقلة خبرته وضعف حيلته وندره الناصح المشفق.

• اعلم يا بني وفقك الله للصواب: أنه لم يتميز الآدمي بالعقل إلا ليعمل بمقتضاه، فاستحضر عقلك، واعمل فكرك، واخل بنفسك. تعلم بالدليل أنك مخلوق مكلف، وأن عليك فرائض أنت مطالب بها، وأن الملكين يحصيان ألفاظك ونظراتك، وأن أنفاس الحي خطاه إلى أجله، ومقدار اللبث في الدنيا قليل، والحبس في القبور طويل، والعذاب على موافقة الهوى وبيل.

• فأين لذة أمس؟! رحلت وأبقت ندما. وأين شهوة النفس؟! كم نكست رأسا، وزلت قدما، وما سَعِد من سعد إلا بخلاف هواه، ولا شَقِي من شقي إلا بإيثار دنياه. فاعتبر بمن مضى من الملوك والزهاد، أين لذة هؤلاء وأين تعب أولئك؟ بقي الثواب الجزيل، والذكر الجميل للصالحين، والمقالة القبيحة والعقاب الوبيل للعاصين، وكأنه ما جاع من جاع، ولا شبع من شبع.

• واعلم أن الكسل عن الفضائل بئس الرفيق، وحب الراحة يورث من الندم ما يربو على كل لذة، فانتبه واتعب لنفسك.

• واعلم أن طلب الفضائل نهاية مراد المجتهدين، ثم الفضائل تتفاوت، فمن الناس من يرى الفضائل الزهد في الدنيا، ومنهم من يراها التشاغل بالتعبد، وعلى الحقيقة فليست الفضائل الكاملة إلا الجمع بين العلم والعمل، فإذا حصلا رفعا صاحبهما إلى تحقيق معرفة الخالق سبحانه وتعالى، وحركاه إلى محبته وخشيته والشوق إليه، فتلك الغاية المقصودة وعلى قدر أهل العزم تأتي العزائم، وليس كل ما يريد مرادا ولا كل طالب واجدا، ولكن على العبد الاجتهاد، وكل ميسر لما خلق له، والله المستعان.

• واعلم يا بني: أن من تفكر في الدنيا قبل أن يوجد رأى مدة طويلة، فإذا تفكر فيها بعد أن يخرج منها رأى مدة يسيرة، وعلم أن اللبث في القبور طويل، فإذا تفكر في يوم القيامة علم أنه خمسون ألف سنة، فإذا تفكر في اللبث في الجنة أو النار علم أنه لا نهاية له، فإذا عاد إلى النظر في مقدار بقائه في الدنيا -فرضنا ستين سنة مثلا- فإنه يمضي منها ثلاثون سنة في النوم، ونحو من خمس عشر في الصبا، فإذا حسب الباقي كان أكثره في الشهوات والمطاعم والمكاسب، فإذا خلص ما للآخرة وجد فيه من الرياء والغفلة كثيرا، فبماذا تشتري الحياة الأبدية، وإنما الثمن هذه الساعات؟

• فانتبه يا بني لنفسك، واندم على ما مضى من تفريطك، واجتهد في لحاق الكاملين مادام في الوقت سعة، واسق غصنك ما دامت فيه رطوبة، واذكر ساعتك التي ضاعت فكفى بها عظة، ذهبت لذة الكسل فيها، وفاتت مراتب الفضائل، وقد كان السلف الصالح رحمهم الله تعالى يحبون كل فضيلة ويبكون على فوات واحدة منها. قال إبراهيم بن أدهم: دخلنا على عابد مريض، وهو ينظر إلى رجليه ويبكي، فقلنا: ما لك تبكي؟ فقال: ما اغبرتا في سبيل الله. وبكى آخر، فقالوا: ما يبكيك؟ فقال: على يوم مضى ما صمته، وعلى ليلة ذهبت ما قمتها.

• فاعلم يا بني أن الأيام تبسط ساعات، والساعات تبسط أنفاس، وكل نفس خزانة، فاحذر أن يذهب نفس بغير شيء، فترى في القيامة خزانة فارغة فتندم ولا ينفعك الندم، وإنما المحرومُ من حُرم دينه، والمسلوبُ من سُلب يقينه، واعلم أنه لا غنى يعدل الجنة، ولا فقر يعدل النار أعاذك الله من النار، والسلام عليك ورحمة الله.

الشيخ محمد جبّّان
إمام و خطيب
مسجد عمر بن الخطاب دوسلدورف


Die Hinwendung des Herzens zur Ermahnung des Sohnes
Von Al-Hafid bni Al-Dschausi


Wie edel sind jene Worte, die von Wärme erfüllt und von wahrhaftiger Aufrichtigkeit durchdrungen sind, wenn sie aus dem Herzen des Nächsten und Barmherzigsten unter den Menschen hervorströmen.
Es ist der Vater – derjenige, in dessen Natur Allah, der Erhabene, eine verborgene, feste Liebe zu seinen Kindern gelegt hat; eine Liebe, die frei ist von jeder Zier der Welt, fern von Schmeichelei und rein von Heuchelei. Vielmehr ist sie ein Abbild aufrichtiger Fürsorge und ein Zeichen göttlicher Barmherzigkeit im Herzen des Menschen.
So sind seine Worte kostbare Schätze und klare Lichter der Rechtleitung, durch welche der Sohn auf den rechten Weg geführt wird. Und wie sehr ist er ihrer bedürftig! Denn seine Erfahrung ist gering, seine Einsicht noch schwach, seine Mittel begrenzt – und selten geworden ist in dieser Zeit der aufrichtige Ratgeber
1. Du sollst besser wissen, mein Sohn – möge Allah dich zum rechten Weg leiten und dir das Richtige gewähren:
Der Mensch wurde nur durch den Verstand (ʿaql) ausgezeichnet, damit er gemäß ihm handle. So mache dir deinen Verstand gegenwärtig, setze dein Denken ein und ziehe dich zur inneren Einkehr mit dir selbst zurück.
Erkenne durch klare Einsicht, dass du ein erschaffenes Wesen bist, dem Verantwortung auferlegt wurde (mukallaf); dass dir Pflichten auferlegt sind, für die du zur Rechenschaft gezogen wirst; und dass die beiden Engel über dich gesetzt sind, die deine Worte und deine Blicke sorgsam verzeichnen.
Jeder Atemzug eines Lebenden ist ein Schritt hin zu seinem Ende. Die Verweildauer im Diesseits ist kurz, doch das Verweilen in den Gräbern ist lang. Und die Befolgung der der Begierde (hawa) ist verhängnisvoll.
2. Wo ist denn die Lust des gestrigen Tages geblieben? Sie ist dahingegangen – und hat nichts zurückgelassen als Reue. Und wo sind die Begierden der Seele? Wie oft haben sie Köpfe erniedrigt und Füße zum Straucheln gebracht! Keiner erlangte wahres Glück, außer indem er sich seinem eigenen Begehren widersetzte; und keiner verfiel ins Elend, außer indem er dem Diesseits den Vorzug gab.
So ziehe Lehre aus denen, die vorübergegangen sind – aus Königen und Asketen: Wo ist die Lust jener, und wo ist die Mühsal dieser?
Geblieben sind der reiche Lohn und das schöne Andenken der Rechtschaffenen; und geblieben sind das hässliche Wort und die schwere Strafe für die Ungehorsamen.
Und es ist, als hätte nie der Hungrige gehungert und nie der Gesättigte sich gesättigt.
3. Du sollst wissen, dass die Trägheit gegenüber den Tugenden ein schlechter Gefährte ist und dass die Liebe zur Bequemlichkeit eine Reue nach sich zieht, die jede vergängliche Lust bei weitem übersteigt.
So sei wachsam und mühe dich ab um deiner selbst willen.

4. Du sollst wissen, dass das Streben nach den Tugenden das höchste Ziel der Eifrig Strebenden ist. Doch die Tugenden selbst sind von unterschiedlichem Rang:
Manche Menschen sehen in ihnen die Askese (zuhd) gegenüber dem Diesseits, andere wiederum erblicken sie in der beständigen Hingabe an die Anbetung. In Wahrheit jedoch besteht die vollkommene Tugend nur in der Vereinigung von Wissen (ʿ³ilm) und Praxis. Wenn beide zusammenkommen, erheben sie ihren Träger zur wahren Erkenntnis des Schöpfers –سبحانه وتعالى– und bewegen ihn zu Seiner Liebe, zu Ehrfurcht und zur Sehnsucht nach Ihm.
Dies ist das erstrebte Ziel. Und entsprechend der Entschlossenheit der Menschen entstehen ihre Taten: Nicht alles, was gewünscht wird, wird auch erlangt, und nicht jeder Suchende findet, was er sucht. Doch obliegt es dem Diener Allahs, sich zu bemühen; und jedem wird erleichtert, wozu er erschaffen wurde. Und Allah ist gewiss Der, bei Dem Hilfe zu suchen ist (al-musta³ʿān).

5. Du sollst wissen, mein Sohn: Wer über das Diesseits nachdenkt, bevor er in es eintritt, erblickt es als eine lange Dauer; wenn er jedoch nach seinem Austritt darüber nachsinnt, erscheint es ihm nur kurz. Und wenn er über das Verweilen in den Gräbern nachdenkt, erkennt er, dass es lang ist. Richtet er sodann seinen Blick auf den Tag der Auferstehung, so weiß er, dass er fünfzigtausend Jahre währt. Und wenn er schließlich über das Verweilen im Paradies oder im Höllenfeuer nachsinnt, so erkennt er, dass es kein Ende nimmt.
Kehrt er nun zurück zur Betrachtung seiner Lebensdauer im Diesseits – setzen wir sie zum Beispiel etwa auf sechzig Jahre fest –, so vergehen davon dreißig im Schlaf und etwa fünfzehn in der Kindheit. Wenn er sodann das Verbleibende berechnet, findet er, dass der größte Teil davon in Begierden, Genüssen und dem Streben nach Errungenschaften vergeht.
Und wenn er schließlich das herauslöst, was dem Jenseits gilt, so findet er darin vielfach Beigesellung (riyaʾa) und Unachtsamkeit (ghafla). Womit also willst du das ewige Leben erkaufen, wo doch der Preis nichts anderes ist als diese wenigen Stunden?

6. So nimm dich in Acht, mein Sohn, um deiner selbst willen. Bereue deine bisherige Nachlässigkeit, und strenge dich an, die Vollkommenen einzuholen, solange dir noch Zeit gewährt ist.
Gieße deinen Zweig, solange er noch frisch ist, und gedenke der Stunde, die verlorengegangen ist – sie sei dir Mahnung genug: Die Lust der Trägheit ist dahin, und verloren ist die Tugend, Stufe für Stufe.
Unsere rechtschaffenen Vorfahren – رحمهم الله تعالى – pflegten jede Tugend zu lieben und über das Versäumnis auch nur einer einzigen zu weinen.
Ibrahim ibn Adham sagte: „Wir besuchten einen kranken frommen Anbeter, der auf seine Füße blickte und weinte.“ Wir fragten: „Was lässt dich weinen?“ Er antwortete: „Weil sie nicht auf Allahs Weg staubig wurden.“
Und ein anderer weinte, und man fragte ihn: „Was bringt dich zum Weinen?“ Er sagte: „Ein Tag ist vergangen, den ich nicht fastete, und eine Nacht ist verstrichen, die ich nicht im Gebet verbrachte.“

7. Du sollst wissen, mein Sohn: Die Tage entfalten sich in Stunden, die Stunden wiederum in Atemzüge – und jeder Atemzug ist eine Schatzkammer. Hüte dich also, dass kein Atemzug vergehe, ohne dass er gefüllt ist, sonst wirst du am Tage der Auferstehung eine leere Kammer vorfinden und Reue empfinden – doch wird dir die Reue nichts mehr nützen.
Wahrlich, der wahrhaft Benachteiligte ist der, dem seine Religion genommen wurde; und der wahrhaft Entrechtete ist der, dem seine Gewissheit (yaqin) geraubt wurde.
Du sollst schließlich wissen: Es gibt keinen Reichtum, der dem Paradies gleichkäme, und keine Armut, die dem Höllenfeuer gleichkäme.
Möge Allah dich vor dem Feuer bewahren.

Wa-Assalamu-Alaykom Wa-Rahmatu’ Allah


Sheikh Muhammad Jebban
Imam / Prediger und Vorbeter
der Moschee Omar bni Al-Khattab - Düsseldorf